Computergehäusen entweichen bei Betriebstemperatur Chemikalien, die Allergien verursachen können. Dies stellten schwedische Wissenschafter fest. Die Belastung ist bei Neugeräten besonders hoch.
In den Kunststoffgehäusen zahlreicher Computergehäuse sind Chemikalien enthalten, die eine Selbstentzündung verhindern sollen. Genau diese Substanzen sind es aber auch, die sich bei höheren Betriebstemperaturen des Gerätes verflüchtigen können. Das Einatmen dieser Triphenylphosphate kann eine Vielzahl unangenehmer Beschwerden wie Juckreiz, verstopfte Nasen und Kopfschmerzen hervorrufen. Ausserdem gilt die Substanz als Auslöser von Hautallergien.
Höchstes Risiko bei neuen Geräten
Die Testreihe Schwedischer Wissenschaftler zeigte, dass besonders die Neugeräte "dampfen". Mehr als die Hälfte der 18 getesten brandneuen Computer zeigten bei ihrem ersten Hochfahren Spitzenwerte in Bezug auf Triphenylphosphat-Emission. Aber selbst nach 1800 Stunden Einschaltdauer, das entspricht etwa einem Jahr Dauereinsatz, zeigten einzelne Produkte immer noch vielfach erhöhte Abgas-Werte.
Die Wissenschaftler empfehlen den Herstellern, ihre Geräte erst nach einem zehntätigen Probebetrieb auszuliefern. Wer einen neuen Computer in Betrieb nimmt, sollte die ersten Tage gut lüften. Auf längere Sicht die Umstellung auf gesundheitsverträglicherer Materialien.
Der Wiener Schadstoff-Experte Michael Grann unterstützt den schwedischen Vorstoss: "Die 34 Studien, die es bislang über Triphenylphosphat gab, beschäftigten sich mit allem möglichen, aber kaum mit dessen allergiefördernder Wirkung. Bei der breiten Verwendung von Computern wäre es höchste Zeit für klare Richtwerte." Weiters wies Grann darauf hin, daß diese Substanz nicht nur in Computern, sondern auch in Papiersorten, Brillenfassungen und Baumaterialen enthalten ist.
Flammschutzmittel in der Muttermilch
Triphenylphosphat und andere Flammschutzmittel enthalten Brom. Die Substanzen reichern sich im menschlichen Fettgewebe und der Muttermilch an. Bei schwedischen Frauen stieg die Konzentration dieser Bromverbindungen in der Muttermilch während der vergangenen 20 Jahren stark an. Wissenschafter befürchten eine Schädigung des Ungeborenen bzw. des Säuglings. "Bereits geringe Konzentrationen können Entwicklungsvorgänge des Zentralnervensystems und auch die spätere Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen", warnt die Verbraucher-Zentrale Nordrhein-Westfalen.
In der BRD werden für Computergeräte aus umweltverträglichen Materialien "Blaue Umweltengel" vergeben. In Österreich gibt es lediglich eine Kennzeichnung besonders strahlungsarmer Bildschirme.
Vor 2008 gefertigte Mac Pro Computer sollen unter Umständen und in Einzelfällen durch unangenehm riechende Ausdünstungen auf sich aufmerksam machen. Laut einem Bericht der französischen Zeitung Libération sollen die Computer von Apple giftige Substanzen ausdünsten. Darunter Benzol, das als krebserregend eingestuft ist.
Gegenüber Macworld stellt Apple-Sprecher Bill Evans heraus, man könne diese Behauptungen nicht nachvollziehen, werde aber im Sinne der Kunden diese Sache untersuchen.